Kohlenstofffaserverbundwerkstoffe, die sich durch ein außergewöhnliches Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht auszeichnen, werden zunehmend in der Luft- und Raumfahrt, bei neuen Energiefahrzeugen, im hochwertigen Sportartikelbereich sowie im Schiffbau eingesetzt. Dieses Hochleistungsmaterial stellt jedoch besondere Anforderungen an das Schneiden und die Weiterverarbeitung: Kohlenstofffasergewebe weist eine hohe Abrasivität auf und neigt stark zum Ausfransen oder zur Delaminierung an den Schnittkanten – insbesondere im trockenen Faserzustand oder bei Prepregs. Herkömmliche manuelle Schneidverfahren sind nicht nur ineffizient und nicht in der Lage, den Anforderungen einer Massenfertigung zu genügen, sondern menschliche Fehler sowie das Ausfransen der Kanten können die strukturelle Integrität und die Ermüdungslebensdauer der fertig geformten Komponenten unmittelbar beeinträchtigen. Genau hier liefern speziell für Kohlenstofffasergewebe konzipierte CNC-Schneidemaschinen ihren zentralen Mehrwert.
Ein CNC-Schneidsystem, das speziell für Verbundwerkstoffe entwickelt wurde, bietet weit mehr als nur eine „automatisierte Schneidung“. Es verfügt in der Regel über hochfrequente vibrierende Messer oder Ultraschallschneider, die mit extrem hohen Frequenzen (über 20.000 Hz) schwingen. Diese Werkzeuge trennen Kohlenstofffasern durch „Schneiden“ statt durch „Ziehen“. Bei diesem Verarbeitungsverfahren entsteht während des Schneidens ein leichter Verschmelzungs- oder Verdichtungseffekt an den Faserrändern, wodurch eine echte „fusselarme“ Schneidung erreicht wird. Dadurch ist jede Gewebeschicht vor dem Einlegen in die Form für die Laminierung makellos. Für die Herstellung von Komponenten für die Luft- und Raumfahrt oder für Hochleistungs-Fahrzeuge ist dieser höchstmögliche Schutz der Materialintegrität unverzichtbar, um Sicherheit und Zuverlässigkeit des Endprodukts zu gewährleisten.